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Gemeinsam meistern durch Hilfe von Schuldnerberatung Verbraucherinsolvenz

Verbraucherinsolvenz - Voraussetzungen - Ablauf Kosten

Hintergrundwissen zu Verbraucherinsolvenz


Verbraucherinsolvenz - Voraussetzungen!

Wenn Sie Privatinsolvenz beantragen müssen, geht es Ihnen wie vielen Bundesbürgern. Allein im September 2019 waren 8468 Insolvenzverfahren in Deutschland registriert. Sinn und Zweck eines Insolvenzverfahrens ist es, einen gerechten Ausgleich zwischen den überschuldeten zahlungsunfähigen Schuldnern und ihren Gläubigern zu finden. Dazu werden die Insolvenzgerichte bemüht, die auf der Grundlage der Insolvenzordnung diese Auseinandersetzung regeln. Auf dieser Seite möchten wir Ihnen Hintergrundwissen zur Privatinsolvenz vermitteln.

Eine außerordentlich wichtige Rolle im Rahmen der Privatinsolvenz spielt der Schuldenbereinigungsplan. Eine Schuldnerberatung wird für Sie im ersten Schritt die Verbindlichkeiten ermitteln und anschließend im zweiten Schritt die Verbindlichkeiten Ihrem Einkommen und gegebenenfalls Ihrem Vermögen gegenüberstellen. So kann ein individueller Schuldenbereinigungsplan für Sie aufgestellt werden. Überlegungen und Berechnungen hinsichtlich gesicherter und ungesicherter Gläubiger werden dabei berücksichtigt. Oft sind einzelne Gläubiger nicht bekannt. In diesem Fall wird die Schuldnerberatung Anfragen beim zuständigen Gerichtsvollzieher, dem Schuldnerverzeichnis oder der Schufa stellen.

Unter Berücksichtigung Ihres Einkommens und des Lebensbedarfes wird die Schuldnerberatung eine tragbare Rate ermitteln, die den Gläubigern monatlich zur Verfügung gestellt werden kann. Schließlich wird die Schuldnerberatung Verhandlungen mit den Gläubigern führen. Es gilt diese davon zu überzeugen, dass sie durch die erforderliche Zustimmung zum Schuldenbereinigungsplan besser gestellt wären, als im Falle der Einleitung von Zwangsmaßnahmen oder einer endgültigen Privatinsolvenz. Damit der Schuldenbereinigungsplan vor Gericht bestehen kann, ist die Zustimmung von zunächst 50 Prozent der Gläubiger erforderlich.

Schuldnerhilfe bei Privatinsolvenz - Ablauf

Es ist gesetzlich geregelt, dass Gläubiger nur Anspruch auf pfändbares Vermögen haben. Davon ausgehend wird das Amtsgericht bei Erfolgsaussicht noch einmal versuchen, den bereits gefassten Schuldenbereinigungsplan zum Schuldenabbau bei den Gläubigern durchzubringen. Dieser kann dann in Kraft treten, wenn über 50% der Gläubiger ihre Zustimmung erteilt haben. Sollte dieser Versuch scheitern, wird vom Gericht ein Anwalt oder Steuerberater als Treuhänder bestellt. Der Treuhänder prüft im Zuge der Privatinsolvenz akribisch Ihr Vermögen sowie Sach- und Geldwerte. Pfändbares wird verteilt.

Steht zur Pfändung nichts zur Verfügung, ist das Insolvenzverfahren gescheitert. Das Amtsgericht wird in diesem Fall die sogenannte Restschuldbefreiung anordnen. Voraussetzung dafür ist, dass Sie im Rahmen Ihrer sogenannten Wohlverhaltenspflichten wahrheitsgemäße Angaben zu Ihren Finanzverhältnissen der letzten drei Jahre gemacht haben. Die versierten Experten der Schuldnerberatung werden Sie bei der Aufstellung Ihrer Vermögenswerte unterstützen.

Wenn Sie sich für den Ablauf eines Insolvenzverfahrens interessieren, lesen Sie auf der Seite Insolvenzverfahren wie eine Verbraucherinsolvenz abgewickelt wird.

Wohlverhaltensperiode der Verbraucherinsolvenz

Haben die Gläubiger dem Schuldenbereinigungsplan zugestimmt, beginnt der schwierige Teil der Privatinsolvenz: die Wohlverhaltensperiode, die längstens die nächsten 6 Jahre umfasst. In diesem Zeitraum müssen Sie monatlich den pfändbaren Teil Ihres Einkommens an den Treuhänder abgeben. Derzeit ist das ein Teil des über 1.179,99 Euro hinausgehenden Einkommens (ohne Unterhaltspflichten). Während dieser Zeit einer Privatinsolvenz dürfen Gewinne ganz und Erbschaften zur Hälfte einbehalten werden.

Sollten Sie arbeitslos gemeldet sein, verlangt der Gesetzgeber, dass Sie sich in dieser Phase der Verbraucherinsolvenz um eine zumutbare Beschäftigung bemühen. Haben Sie während der Wohlverhaltsperiode keine neuen Schulden gemacht, können Sie die Privatinsolvenz endgültig hinter sich lassen. Sie sind schuldenfrei!

Gelingt es Ihnen mindestens 35 Prozent der Schulden und Verfahrenskosten zu begleichen, kann auf Ihren Antrag hin die Privatinsolvenz bereits nach drei Jahren beendet werden. Sollten Sie nur die Verfahrenskosten zahlen können, kann das Gericht nach immerhin fünf Jahren vorzeitig die Restschuldbefreiung anordnen.

Restschuldbefreiung - Wirkung und Kosten

Die Restschuldbefreiung beendet die Privatinsolvenz und befreit Sie von allen Gläubigeransprüchen, die zum Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens bestanden. Nur einige wenige Verbindlichkeiten bleiben bestehen, wie

  • ausstehende Unterhaltszahlungen
  • Ordnungs- und Bußgelder
  • hinterzogene Steuern
  • Forderungen aus zinslosen Darlehen, die zur Begleichung der mit der Privatinsolvenz einhergehenden Kosten des Insolvenzverfahren gewährt wurden.

Wenn Sie die Verfahrenskosten wegen der Privatinsolvenz nicht selber zahlen können, wird Ihnen das Verbraucherinsolvenz- und Restschuldbefreiungsverfahren trotzdem nicht verwehrt. Können Aufwendungen für Gericht, Rechtsanwalt, Treuhänder und Insolvenzverwalter nicht beglichen werden, wird geprüft, ob von einem Dritten (z.B. Ehe- oder Lebenspartner) ein Verfahrenskostenzuschuss gefordert werden kann. Andernfalls kann das Gericht Ihnen die Verfahrenskosten (ggf. inklusive der Rechtsanwaltskosten) stunden.